Utskriftsvennlig versjon

Ein Pilger-warum nicht?


Publisert: 11.09.2014
Pilger, veraltet auch Pilgrim, stammt vom lateinischen Wort peregrinus, was Fremdling bedeutet. 
Ein Pilger-warum nicht?

Ein Pilger-warum nicht?

  

Pilger, veraltet auch Pilgrim, stammt vom lateinischen Wort peregrinus, was Fremdling bedeutet. Pelegrinus bezeichnet eine Person, die aus religiösen Gründen in die Fremde geht, zumeist eine Wallfahrt zu einem Pilgerort unternimmt, zu Fuß oder unter Verwendung eines Verkehrsmittels. Der Anlass kann….. die Erfüllung eines Gelübdes, die Hoffnung auf Gebetserhörung in einem bestimmten Anliegen oder auf Heilung von einer Krankheit, religiöse Vertiefung oder Abstattung von Dank. Ziel ist ein als heilig betrachteter Ort, etwa eine Wallfahrtskirche. (Quelle: Wikipekia)

 

„Historisch hatte eine Pilegrimsreise oft auch als Anlass eine auferlegte Buße und das Bemühen, einen Sündenablass zu erhalten. Der Missbrauch und besonders das religiöse Bemühen sich Verdienste bei Gott durch die Anstrengungen einer Wanderschaft zu verschaffen wurden von M. Luther kritisiert und führte schliesslich dazu, dass diese Pilgertradition im Protestantismus fast ganz verschwand. Die letzten 40 Jahre sind in Europa die alten Pilgerwege wiederentdeckt und ausgeschildert worden und besonders der Jacobsweg in Spanien. Zugleich hat die Tradition nach Israel und den heiligen Stätten auch im Protestantismus eine grosse Beliebtheit gefunden.

In unserer christlichen Tradition entstand wohl die Pilgertradition mit den drei Heiligen Königen oder den drei Weisen, die sich auf den weiten Weg machten, um den neugeborenen König, den Heiland der Menschheit zu suchen, und den sie dann in der Krippe im Stall von Bethlehem fanden. Seitdem haben die Christen Stätten aufgesucht, an denen Gott in besonderer Weise gehandelt hat, um selber dort Gott zu finden. Die letzten Jahrzehnte hat der alte Brauch, sich auf eine Pilgerreise „auf den Pferden der Apostel“ dh per pedes, auf seinen eigene Füssen in die Fremde zu begeben, um ein „heiliges Ziel“ zu erwander, erneut belebt. Die alten Pilgerwege zum nördlichsten Ziel, dem Dom in Trondheim, oder Santiago de Compostela in Spanien, Rom oder Jerusalem werden heute von einer wachsenden Zahl bewandert.

   Wenn man so Tag für Tag, zeitweise in Stille und alleine wandert, kann man von einem inneren Schlaf erwachen und wieder zu sich selber und Gott finden. Pilger können dabei erkennen in der „Fremde“, entfremdet ihrem eigentlichen Wesen und Gott gelebt zu haben. Da kann Leere sich wieder in Fülle verwandeln. In Norwegen hat man zb gute Erfahrungen damit gemacht, Kriminelle auf eine Pilgerreise zu schicken. Dies wurde bereits im Mittelalter praktiziert. Was im Inneren des Pilgers vor sich geht ist sehr persönlich und frei von dem Einfluss anderer Menschen.

Indem wir stille werden und uns wieder öffnen, in unserem Körper, in unseren Sinnen ganz da sind, geschieht etwas mit uns. Manchmal haben wir dann nur Tränen, die das andeuten, was mit Worten nicht immer zum Ausdruck kommen kann oder noch nicht.

 

Was ich hier beschreibe kann sich auf einer „äusseren Pilgereise“ ereignen, wenn der Weg zu einer inneren Pilgerwanderung wird und wir das „Heilige“, Gott, Jesus Christus auf neue finden.

Wenn Menschen zu uns kommen, um alleine und in Stille zu sein, tut sich der inneren Weg oft auf und die Erfahrungen im Schweigen können denen auf einer Wanderung auf dem Jacobsweg sehr ähneln. Wie in der alten Pilgertradition geht man alleine, weg von den Pflichten und den sozialen Bindungen um Gott und sich selber zu suchen. Wenn wir Gott in unserem Herzen finden, dann wird dies zum heiligen Ort.

Wir haben Solåsen/Sonnenberg den für die norwegischen Sprache neuen Namen: „PILGERHOF“ gegeben und Solåsen wurde deshalb als erster Ort so benannt. Damit wollen wir auf den inneren Weg nach Gott aufmerksam machen, auf dem jeder eingeladen ist den zu finden, der von sich selber sagt: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Jesus Christus).

Sonnenberg Pilgerhof ist aber auch ein natürlicher Ort für die, die hier in Norwegen als Pilger per pedes auf der Wanderung sind oder für alle, die einfach nur  innehalte möchten. Wir haben auch Besuch von Schülern gehabt, die sehr wach danach fragten was ein Pilger sei und wie man ein Pilger werden kann. Es gibt Gäste die auf ihrer Wanderung zusammen mit einem geistlichen Begleiter einen Wegabschnitt wandern wollen, wie die Emmausjünger. Andere möchten nur die Stille wieder erleben und zur Ruhe kommen. Alle sind willkommen. “

 Joachim F Grün